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Fußball

10.05.2012 - René Adlers Wechsel zum HSV perfekt

Nicht mehr unumstritten: René Adler soll beim HSV die Nummer eins werden.

Nicht mehr unumstritten: René Adler soll beim HSV die Nummer eins werden.
(© Foto: dpa)

Hamburg. Der Wunschtransfer ist perfekt, ein Restrisiko bleibt: Beim Hamburger SV hat sich der Aufsichtsrat zur Verpflichtung des ablösefreien, aber verletzungsanfälligen Nationaltorhüters René Adler durchgerungen. Und in Artjoms Rudnevs wurde der Torschützenkönig der 1. polnischen Liga gleich mitgeholt. Allerdings musste Sportdirektor Frank Arnesen bei den zögernden Räten des Bundesligisten Überzeugungsarbeit leisten, ehe das Okay zum Deal mit dem lange verletzten Noch-Leverkusener Adler endlich da war.

"Wenn man einen deutschen Nationaltorwart mit 27 Jahren ablösefrei holen kann, ist das eine spezielle Chance. Da muss man zuschlagen", sagte Arnesen gestern. Adler soll bis 2017, Rudnevs bis 2016 unterschreiben. "Alles ist glatt verlaufen. Nun ist es meine Arbeit, in den nächsten Tagen alles klarzumachen."

Noch am späten Abend habe er mit Adler telefoniert. "Nach einem Jahr ohne Bundesliga-Spiel ist er heiß", meinte der Däne. Der Medizincheck des Keepers liegt schon zwei Monate zurück und ging nur unter Vorbehalt als bestanden durch. "René hat eine achtmonatige Reha hinter sich und ist fit", meinte Arnesen.

Nun muss er mit Jaroslav Drobny reden. Denn die bisherige Nummer 1 hat Vertrag bis 2013 und noch keinen neuen Club gefunden. Beide Torhüter zu halten, wäre teuer für den klammen HSV: Adler soll mit 2,7 Millionen, Drobny mit einem Jahresgehalt von 1,5 Millionen Euro zu Buche stehen - und wäre dann der teuerste Ersatzkeeper der Liga. Dennoch dürfe er bleiben, wenn er seinen Vertrag erfüllen wolle, hieß es.

"Mit Frank Rost und Drobny waren vor zwei Jahren auch zwei starke Torleute da", ergänzte der Sportchef. Um weitere Einkäufe zu realisieren, zum Beispiel ein Spielmacher, stehen Profis wie Marcus Berg, Robert Tesche & Co. zum Verkauf. Allerdings lägen noch keine Angebote vor. Topverdiener Paolo Guerrero dagegen will Arnesen unbedingt halten: "Er ist einer unseren besten Spieler."

Ins Schwärmen geriet er bei Rudnevs, der "ein Knipser" sei: "Wenn ein Stürmer in einem Jahr viele Tore macht, ist das gut. Wenn er bei seinen letzten drei Clubs immer der Top-Scorer war, dann ist das sehr gut", urteilte er über den lettischen Angreifer, der in 29 Liga-Spielen für Lech Posen 22 Tore erzielt hat. Deswegen seien drei englische Erstligisten an den 24-Jährigen herangetreten, Rudnevs habe aber zu seinem Wort beim HSV gestanden. "Er hätte viel mehr verdienen können. Das zeigt, dass zu seinen großen Fähigkeiten noch ein Plus im Charakter kommt", stellte Arnesen fest. Nun muss er die Ablöse von 3,5 Millionen Euro noch etwas drücken.

Thomas Prüfer

Leipziger Volkszeitung, 10.Mai 2012

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