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aus Schule

10.05.2012 - Presseartikel "... und plötzlich ganz oben"

Gisela Engelhardt zeigt den Sportschülern alte Olympiaberichte in DDR-Illustrierten.

Gisela Engelhardt zeigt den Sportschülern alte Olympiaberichte in DDR-Illustrierten.
(© Foto: Christian Nitsche)

Gisela Engelhardt, erste Olympiamedaillen-Gewinnerin der Sportschule Leipzig, steht Schülern Rede und Antwort

1957 Kraulen gelernt - 1960 Bronze bei den Olympischen Spielen geholt: "Eigentlich utopisch", urteilt Gisela Engelhardt im Rückblick auf ihren rasanten Einstieg in den Hochleistungssport. Gestern stand die 68-Jährige dem Schwimmer- und Kanuten-Nachwuchs im Sportgymnasium Leipzig Rede und Antwort.

"Ich bin da so reingewachsen und war plötzlich ganz oben", erzählt die ehemalige Schülerin der Kinder- und Jugendsportschule (KJS) Leipzig, Vorläufer des heutigen Sportgymnasiums, von den Anfängen ihrer Karriere und wirkt selbst nach so vielen Jahren noch überrascht dabei. Unter ihrem Mädchennamen Weiß holte sie als 16-Jährige in Rom mit der gesamtdeutschen Mannschaft - die DDR stellte neben ihr Heidi Pechstein und Christel Steffin, die Bundesrepublik Schlussschwimmerin Ursel Brunner - in der 4x100m-Freistil-Staffel Bronze.

Die enge Verbindung zwischen Gisela Engelhardt und ihrer Schule ist seit den Anfängen ungebrochen, bestätigt Stephan Marschner, Geschäftsführer des Schulförderkreises. Er hat die Gesprächsrunde im Rahmen der 60-Jahrfeier, die die Schule im September begeht, organisiert. Eine Stunde lang hören die 25 Schüler aus der siebenten und zehnten Klasse gebannt zu, bestaunen die Bronzemedaille und stellen Fragen. Von wegen alte Kamellen - die Teenager wollen alles ganz genau wissen: Wie sah der Schulalltag aus, wie liefen die Wettkämpfe ab, wie war das so im olympischen Dorf?

Auch unangenehme Themen scheuen Schüler und Referentin nicht. "War Doping im Leistungssport so ein großes Thema wie heute?", will beispielsweise die 16-jährige Schwimmerin Verena Bornschein wissen. "Nein, zum Glück, muss man sagen", antwortet Gisela Engelhardt nachdrücklich. Es berühre sie sehr, wenn Sportler durch Doping, Überforderung im Training oder mangelhafte medizinische Betreuung erkranken, sogar sterben.

"Ich weiß um den enormen Leistungsdruck. Trainer, Funktionäre und Medien wollen immer neue Erfolge sehen, von denen manche vermutlich gar nicht mehr ohne Doping möglich sind", sagt die mehrfache DDR-Meisterin, die 1963 ihre Schwimmkappe an den Nagel hängte und Medizin studierte. Der KJS blieb sie weiterhin treu, arbeitete bis zur Wende in der Schulambulanz und im Bereich Schwimmen.

Um dieses Pensum samt Familie und Hausbau unter einen Hut zu bekommen, seien ihr die Erfahrungen im Leistungssport eine große Hilfe gewesen, betont Gisela Engelhardt: "Wenn du etwas angefangen hast, dann willst du es auch durchziehen."

Franziska Seifert

Leipziger Volkszeitung, 10.Mai 2012

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