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Schulnachrichten

31.07.2017 - Abitur 2017

Abiturjahrgang 2017

Abiturjahrgang 2017
(© Landessportgymnasium Leipzig)

„Alle Veränderungen, sogar die Meistersehnten, haben ihre Melancholie.
Denn was wir hinter uns lassen, ist ein Teil unserer selbst.

Wir müssen einem Leben Lebewohl sagen, bevor wir in ein anderes eintreten können.“

Ein Zitat von Anatole France.

 

Meine Damen und Herren, Sehr verehrte Lehrerschaft,
Liebe Eltern, Verwandte und Freunde, Liebe Mitabiturienten,

dass war er, der erste Satz der fast letzten Wörter welche meine Wenigkeit an Sie alle richten darf. So eine Abiturrede stellt doch eine Besonderheit dar, denn sie ist eine der wenigen Momente der Schullaufbahn in denen der Schüler frei sprechen kann und der Lehrer gezwungen ist zuzuhören, wie es in den vergangenen Jahren meist weniger der Fall war. Am Ende dieser Laufbahn steht eine Gemeinschaftsleistung dessen Ergebnis wir heute feiern dürfen: Das Abitur 2017.

Es hört sich fantastisch an. Endlich ist die langersehnte Freiheit erreicht, der Stress der Prüfungswochen ist vorüber und wir alle halten den aktuell höchstmöglichen Bildungsabschluss Deutschlands in unseren Händen. Dafür kann man sich ruhig selbst auf die Schulter klopfen und wer dies noch nicht getan hat, ist herzlich eingeladen es nachzuholen. Bei den meisten von uns werden dies sicher die Eltern übernommen haben. Betrachtet man die anwesenden Väter und Mütter, so kann man in ihren Augen eine Mischung aus Stolz, Wehmut und Freude erkennen. Diese Gefühle empfinden wahrscheinlich die meisten von uns, wenn sie realisieren, dass der heutige Tag der Schlusspunkt einer Ära sein wird. 12, 13 oder 14 Jahre lang sind wir durch die Gänge und Klassenräume verschiedenster Schulgebäude gewandert, haben uns ca. 16000 Stunden lang vor Tafeln und Lehrern befunden, nur um uns gemeinsam am Ende dieses Weges hier zu treffen und auf eine unvergessliche Zeit zurück blicken zu können.

An dieser Stelle könnte man anfangen Szenarien aus unserem oftmals nicht einfachen Schulalltag zu nennen und einige dürfte schon in Erinnerungen schwelgen, doch das überlassen wir lieber den Rednern der abendlichen Festrede, die dies sicher zur Genüge tun werden. Stattdessen habe ich mich entschieden etwas Anderes in den Mittelpunkt zu stellen und meine kurzzeitig gewonnene Aufmerksamkeit hierfür zu nutzen: (kurze Pause) Es geht um Selbstverständlichkeit und zwar die Form der Selbstverständlichkeit mit der wir unser Schulleben mehr oder minder gut absolviert haben, ohne uns großartig darüber gemacht zu haben, ob es denn Alternativen gibt, dass Liegenbleiben am Morgen wird an dieser Stelle ausgenommen.

Das Abitur bedeutet für alle von uns das Ende eines großen und prägenden Lebensabschnittes und ist somit ein guter Moment um innezuhalten und sich mancher Dinge bewusst zu werden. Mindestens 12 Jahre lang wurden unsere Tage und Wochen von festen Stundenplänen und der Vorfreude auf die befreiten Wochenenden bestimmt. Etwas, was einem unbemerkt einen Halt und eine Struktur gegeben hat und das fällt jetzt weg. Wenn ihr überlegt was ihr in der nächsten Woche an einem Montagmorgen machen werdet, so wird sicherlich niemand an eine „Deutsch Doppelstunde“ denken, mal abgesehen davon, dass solche Stunden bereits zu Schulzeiten weniger gut besucht waren… Über diesen Aspekt dürften wohl die wenigsten unter uns traurig sein. Ein anderer Punkt fällt hingegen schon bedeutend mehr ins Gewicht, denn die feste Struktur eines Schulalltages bedeutete nicht nur, dass man sich zu unmenschlichen Zeiten mit Exponentialfunktionen und den Grundlagen der Physik auseinander setzen musste, sondern auch, dass man alte oder neu gewonnene Freunde fast tagtäglich gesehen hat. Etwas, was die Schulzeit für die meisten von uns ertragbar gestaltete und etwas, was eine weitere Besonderheit der letzten zwei oder drei Jahre darstellte: Das Abitur verbindet. Auch wenn der Jahrgang wahrscheinlich nicht der, mit dem stärksten Zusammenhalt ist, so kann man doch sagen, dass alle durch das Kurssystem und insbesondere die letzten Wochen enger zusammengerückt sind. Der letzte Schultag, die Kursfahrten und gemeinsam durchlebte Prüfungen haben uns neue Freunde beschert und den ein oder anderen von einer völlig anderen Seite gezeigt. Nicht umsonst sagt man, dass oftmals die besten Freundschaften während der Schulzeit entstehen und ich persönlich hoffe, dass ich das ein oder andere Gesicht auch in den nächsten 10 Jahren noch kennen darf.

Bevor es nun aber zu sentimental wird kommen wir zum Kern der Rede zurück, der erwähnten Selbstverständlichkeit. In Monaten voller Klausuren, der ein oder anderen schlaflosen Nacht und dem Gefühl, dass das alles überhaupt keinen Sinn habe, schien es unmöglich die erbrachten und empfangenen menschlichen und schulischen Leistungen wertzuschätzen. Doch mit ein bisschen Abstand sehen wir, was wir geleistet haben. Und mit wir meine ich nicht nur uns, liebe Abiturienten, sondern vor allem die Lehrer und unsere Tutoren, welche diese Reise mit uns am Anfang der 11. Klasse begonnen haben und sich ebenfalls auf die Schulter klopfen dürfen, denn diese 82 überreichten Abiturzeugnisse sind auch Ihr Verdienst. Dabei hat es der ein oder andere in dieser kurzen Zeit geschafft, uns über den Bildungsplan hinaus zu prägen und nicht nur zu „systemtreuen Bundesbürgern“ zu erziehen, wie es Herr Haller stets zu sagen pflegte. Dabei darf man nie vergessen, dass auch den Lehrern etwas Menschlichkeit innewohnt und sie ebenfalls nur das Ergebnis eines Systems sind, was oft wenig Raum für persönliche Entfaltung lässt.

Neben der Lehrerschaft bedanken wir uns recht herzlich bei der Schulleitung, vielen Dank Herr Rädler und Frau Brielmann, welche das große Ganze nie aus den Augen verloren haben. Ein besonderer Dank gebührt auch unserer Oberstufenberaterin Frau Devantier, welche uns mit unermüdlichem Organisationsaufwand durch die Sekundarstufe II geführt hat.

Eine ebenso beachtliche Leistung erbrachten unsere beiden Sportkoordinatoren Herr Fekl und Herr Beudt, welche die Besonderheit dieser Schule, neben den schulischen auch noch herausragende sportliche Leistungen zu erbringen stets navigiert und begleitet haben. Diese gesamte Hintergrundarbeit ist an unserem Schulleben oftmals vorbei gegangen, mit einer Selbstverständlichkeit haben wir sie hingenommen und doch wäre ohne die tägliche Arbeit der gesamten Verwaltung in Person von Frau Pöhlandt, Frau Meding und Frau Kuhn wahrscheinlich nicht viel in diesem Gebäude passiert. Ohne die Mitarbeiter der Pforte, Frau Vogt und Herr Kurt, wären wir wohl unzählige Male vor verschlossenen Türen gestanden und hätten leider Gottes dem Unterricht nicht beiwohnen können. Genauso darf man alle noch nicht genannten technischen Kräfte, die Mitarbeiter des Schulclubs und der Bibliothek sowie die Mitarbeiter der Küche nicht vergessen, denn sie alle leisten jedes Jahr aufs Neue unschätzbar wertvolle Arbeit, welche sich viele von uns niemals vorstellen könnten. Vielen Dank an den Förderverein, welcher uns in jeglichen Situationen immer bestmöglich unterstützt hat. An unserer doch speziellen Schule darf man nie vergessen, dass für uns alle der Tag nicht mit dem letzten Gong am Nachmittag beendet war, sondern das wir im Anschluss noch bei intensiven Trainingseinheiten von unseren Trainern und Betreuern gequält wurden, welche unseren Alltag in diesem großen Kapitel mindestens genauso stark geprägt haben. Auch an die gesamte Trainerschaft den größtmöglichen Dank für all den Spaß, die Motivation und die ungezählten erinnerungsreichen sportlichen Erfolge die wir in den letzten Jahren feiern durften. Zu guter Letzt möchten wir uns bei Ihnen liebe Eltern für all die Nerven entschuldigen, die wir euch gekostet haben, und uns bedanken, dass Ihr immer bedingungslos hinter uns steht und uns unterstützt, wie auch immer unsere momentane Lebenssituation aussieht. Und wir bedanken uns bei unseren Ersatzeltern, den Erziehern und Betreuern der Internate in der Marschner- und Kolonnadenstraße, welche unseren doch recht feierwütigen und nicht immer einfachen Jahrgang die letzten Monate über ertragen haben.

Wir sind nun am Schluss dieser Rede angelangt doch noch lange nicht am Ende dieses Tages. Lasst uns mit derselben Selbstverständlichkeit wie wir unsere Schullaufbahn absolviert haben nun in den neuen Lebensabschnitt starten und all den vielen Chancen und Möglichkeiten, welche uns in den nächsten Jahren erwarten mit offenen Armen begegnen. Man hätte wohl keine passenderen Worte als die von Georg Christoph Lichtenberg finden können:

 „Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.“

Vielen Dank.

Niklas Opolka, Abiturient des Landesgymnasiums für Sport Leipzig

 

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