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Allgemeine Nachrichten

18.03.2011 - Zwei große Verlierer

40 000 Euro weniger als 2010 investiert die Stadt Leipzig in diesem Jahr in den Nachwuchs-Leistungssport der 16 Schwerpunktsportarten. Insgesamt stehen im Haushalt für diese Projekte 280 000 Euro bereit. Das sind 12,5 Prozent weniger als im Vorjahr.

Fünf Wochen später als in früheren Jahren liegen die Zahlen vor, die der Sportausschuss der Stadt bestätigt hat. Für die Verzögerung sorgte der 1. FC Lok, der mit seinem Konzept für den Frauenfußball lange Zeit säumig war. »Dort gab es einen Trägervereins-Wechsel. Wir wollten den Fußballerinnen die Chance geben, ein gutes Konzept einzureichen«, sagte Sportamtsleiterin Kerstin Kirmes.

Aufgrund der internationalen Erfolge werden 2011 erneut die Stützpunkte Kanurennsport, Judo und Kanuslalom am meisten gefördert. Die großen Verlierer sind die zwei olympischen Kernsportarten: Die Leichtathleten wurden gegenüber dem Vorjahr um 31 Prozent, die Schwimmer um 19 Prozent gekürzt. Innerhalb der vergangenen sieben Jahre hat sich für beide Sportarten die kommunale Förderung sogar halbiert. »Thomas Blaschek und Peter Sack haben aufgehört, die Kaderzahlen sind rückläufig - das schlägt sich nieder«, sagte Kerstin Kirmes.

Bei den Leichtathleten war die gute Förderung in der Vergangenheit auch eine politische Entscheidung. Der kommunalpolitische Faktor, der neben den Leistungskriterien zum Tragen kommt, betrage aber nur (noch) fünf Prozent. Zum Schwimmen meinte die Amtsleiterin: »Es ist ein positiver Trend zu sehen, doch der reicht noch nicht zur Bepunktung.« Olympiastützpunkt-Leiter Winfried Nowack meint: »Wir können Leichtathletik und Schwimmen auch in Zukunft nicht fallen lassen. Es müssen aber auch Ergebnisse kommen.«

Knut Iwan, Bundesstützpunkt-Koordinator der Leipziger Leichtathletik, bemängelt, dass seitens der Stadt niemand mit ihm über eine anstehende Kürzung gesprochen hat: »Ich verstehe die Zahlen nicht. Auf der einen Seite wird in die Infrastruktur investiert, auf der anderen Seite bei den Talenten gekürzt. Irgendwann haben wir zwar tolle Hallen, aber keine Athleten mehr.« Für Ernährungsberatung, den Psychologen, die physiotherapeutische Betreuung und Wettkämpfe stehe nun weniger Geld zur Verfügung.

Von der Stadt im Stich gelassen fühlen sich auch die Ringer. Weil ihnen der Status Bundesstützpunkt fehlt, erfüllen sie die Kriterien einer Schwerpunktsportart nicht mehr. Deshalb wurde ihnen die Förderung gegenüber 2006 um 75 Prozent gekürzt, gegenüber dem Vorjahr um 65 Prozent auf nur noch 5000 Euro. Kerstin Kirmes spricht wie bei den Turnerinnen von einer »Abfinanzierung«. Das heißt: Die Förderung läuft allmählich aus, die betroffenen Sportarten sollen aber nicht in ein zu großes Loch fallen.

Drei Sportarten (Radsport, Sportgymnastik und Behinderten-Schwimmen) erhalten sogar eine Aufstockung der Mittel. Bei allem Für und Wider meint Kerstin Kirmes: »Es gibt kaum eine Stadt, die sich wie Leipzig zum Leistungssport bekennt. Man kann an jedem System rummäkeln. Aber wir haben erstmal eins - und es ist transparent.«

Frank Schober

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