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Ringen

"Ringen ist einfach Kult"

Auge in Auge, Fragen und Antworten: Leichtathlet Robert Farken (l.) im Gespräch mit Ringer Johann Steinforth vor dem Sportgymnasium.

Auge in Auge, Fragen und Antworten: Leichtathlet Robert Farken (l.) im Gespräch mit Ringer Johann Steinforth vor dem Sportgymnasium.
(© Foto: Christian Nitsche)

KFC-Nachwuchsathlet Johann Steinforth über seinen Sport, Gefühle und Gewicht

Sportgymnasiast interviewt Sportgymnasiast: LAZ-Mittelstreckler Robert Farken, der in der LVZ ein Praktikum absolvierte, "löcherte" Freistil-Ringer Johann Steinforth. Der 16-jährige Magdeburger trainiert im Leipziger Ringer-Zentrum und startet für den KFC.

Frage: Johann, Du läufst derzeit an Krücken. Was ist passiert?

Johann Steinforth: Ich hab mir den Meniskus gerissen und falle deshalb ungefähr vier Wochen aus. Das ist natürlich ärgerlich, weil durch so eine Pause ein enormer Trainingsrückstand entsteht und ich das erst mal wieder aufholen muss. Ich hoffe, dass ich bald wieder auf der Matte bin.

Dann wünsche ich Dir eine schnelle Genesung! Wie kamst Du denn überhaupt zum Ringen und wie lange bist Du schon dabei?

Ich ringe seit meiner Kindheit. Das Ringen begleitet mich inzwischen seit zwölf Jahren. Ich betreibe diesen Sport, weil mein Vater auch ein Ringer war. Er musste aber leider aufgrund eines Bandscheibenvorfalls vorzeitig aufhören.

Du besuchst die 11. Klasse des Sportgymnasiums in der Marschnerstraße. Wie bringst Du Unterricht, Wettkämpfe und Trainingslager unter einen Hut?

Das ist schon eine ziemliche Belastung. Aber wie Du weißt, tut unsere Schule alles Mögliche, um es uns zu erleichtern. Die Schul- und Trainingszeiten sind perfekt aufeinander abgestimmt, weil die Trainer sehr gut mit der Schule kooperieren.

Das sehe ich genauso. Aber die harte Arbeit zahlt sich auch aus. Das spiegelt sich in Deinen letzten Ergebnissen, insbesondere dem fünften Platz bei der Kadetten-WM wieder. Wie gehst Du mit dem Erfolg um?

Ich gehe damit eigentlich relativ normal um und sehe das ganz gelassen. Man darf sich nur nicht auf den Erfolgen ausruhen. Man muss immer weiterarbeiten, denn es kommt immer wieder eine neue Gelegenheit, wo man sich beweisen muss.

Über so eine Einstellung freut sich jeder Coach. Inzwischen bist Du ja auch aus dem Schatten von Erik Thiele, der ebenfalls schon große sportliche Erfolge feiern konnte, herausgetreten. Wie ist Euer Verhältnis?

Ach, ich empfinde es gar nicht so als Schatten. Wir kommen gut miteinander klar und sind Kumpels. Da spielen die Erfolge keine Rolle.

Aber ist das nicht ein bisschen komisch, jetzt auch mal im Rampenlicht zu stehen?

Nein, eigentlich nicht. Ich sehe das eher als Bestätigung meines harten Pensums. Natürlich ist es etwas Besonderes, aber es spielt für mich keine große Rolle.

Du kämpfst schon in der 2. Bundesliga gegen die Männer. Was ist das für ein Gefühl, gegen viel Ältere auf der Matte zu stehen?

Im Grunde genommen ist es dasselbe Gefühl. Natürlich spornt mich das an und ich freue mich auch einen Tick mehr, wenn ich einen der älteren Athleten schlagen kann. Aber im Großen und Ganzen ist es das Gleiche.

Das überrascht mich etwas.

Ja, ich hatte mir das auch anders vorgestellt.

Was hast Du bei deinen ersten internationalen Turnieren an Erfahrung gesammelt und was bleibt davon besonders in Erinnerung?

Es ist ein tolles Gefühl, bei Turnieren wie einer WM oder EM den Adler auf der Brust zu tragen. Man merkt aber auch, dass die deutsche Spitze nicht ganz mit den großen Ringer-Nationen mithalten kann. Daran arbeiten wir aber und fahren auch mal ins Ausland, um Trainingslager zu absolvieren.

Was sind denn die klassischen Ringer-Nationen?

Kanada und Amerika zum Beispiel. Das ist schon echt cool, dort zu trainieren. Das setzt zusätzliche Kräfte frei.

Das kann ich mir vorstellen, sind ja auch ziemlich interessante Länder. Was reizt Dich eigentlich am Ringen?

Das ist Kampfsport pur: Mann gegen Mann. Das kennst Du vielleicht auch teilweise aus der Leichtathletik. Ringen ist einfach Kult aufgrund der Historie. Für mich ist es etwas ganz Besonderes, weil ich es auch schon so lange mache und ein bisschen in die Fußstapfen meines Vaters trete.

Ich habe großen Respekt vor Euch Ringern, weil ich finde, es ist ein sehr schmerzhafter Sport. Wie hältst Du die Schmerzen aus?

Das sind keine Schmerzen in diesem Sinne. Wenn ein Gegner stärker ist als man selber, dann muss man das hinnehmen und daraus die nötige Motivation ziehen, um noch härter zu arbeiten und beim nächstes Mal stärker zu sein als der Gegner.
Ringen stand auf der Olympischen Kippe.....

Ja, ich weiß. Das war sehr schockierend und hat mich wirklich überrascht. Zum Glück hat sich das erledigt. Was hättest Du getan, wenn es so gekommen wäre?

Ich hätte auf jeden Fall weitergemacht. Natürlich träumt jeder Sportler von Olympia. Aber Ringen ist meine Leidenschaft und es gibt auch noch andere Highlights wie Weltmeisterschaften oder Europameisterschaften, bei denen man sich beweisen kann.

Kannst Du die Weihnachtszeit richtig genießen und essen, was Du willst? Oder musst Du als Kampfsportler stets aufs Gewicht achten?

Die Feiertage kann ich mal so richtig genießen. Ich befinde mich derzeit in einer Massephase und lege an Gewicht zu.

Interview: Robert Farken

Leipziger Volkszeitung, 24.12.2013

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