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Schwimmen

09.08.2014 -  Bei sieben Trainern viel gelernt

Körperspannung ist das A und O: Tommi Wolst gelingt bei den deutschen Meisterschaften in Berlin ein sauberer Rückenstart.

Körperspannung ist das A und O: Tommi Wolst gelingt bei den deutschen Meisterschaften in Berlin ein sauberer Rückenstart.
(© Foto: Mirko Seifert )

Schwimmer Tommi Wolst (18) krönt seine bisherige Laufbahn mit Platz zwölf bei der Junioren-EM

Von Frank Schober

Leipzig. Die ganz große Steigerung bei den Junioren-Europameisterschaften in Holland blieb aus. Dafür lagen die Qualifikation des Leipziger SSG-Schwimmers Tommi Wolst im Juni und der eigentliche Saisonhöhepunkt im Juli sicher zu dicht beieinander. Am Ende war ein zwölfter Platz das beste Resultat des Schützlings von Dirk Franke. Erzielt hat Wolst dies ausgerechnet über 50 Meter Rücken, obwohl er kein ausgewiesener Sprinter ist, sich vielmehr über 200 Meter am wohlsten fühlt.

Mit seinen 1,87 Metern gehörte er zu den kleinsten Halbfinal-Teilnehmern: "Die meisten Gegner waren einen Kopf größer. Ich muss die vielen Zentimeter unter anderem durch die Tauchphasen versuchen wettzumachen", sagt der gebürtige Leipziger. Dass Deutschland keine führende Schwimm-Nation mehr ist, bekam er bei der Junioren-EM durchaus zu spüren. Mit ein paar Wochen Abstand meint er: "Die russische Hymne konnte ich am Ende fast auswendig."

Bevor er endlich im Juni das Ticket nach Holland löste, musste Tommi Wolst vor allem 2013 einige Niederlagen verkraften: "Die haben mich aber vorangebracht." So lernte er neben der richtigen Renntaktik, dass er sich nicht auf das Tempo des Gegners von der Nachbarbahn verlassen darf, sondern mit Tunnelblick schwimmen muss. "Zudem habe ich eine Weile gebraucht, ehe ich befreit in wichtige Wettkämpfe gegangen bin. Es bringt nichts, sich zu sehr unter Druck zu setzen."

Der Rücken- und Lagenspezialist ist das Paradebeispiel dafür, dass in Leipzig stets viele sehr gute Trainer gearbeitet haben. Der 18-Jährige musste sich alle ein, zwei Jahre an einen neuen Coach mit leicht veränderten Konzepten gewöhnen. Bei allen entwickelte sich der Schwimmer mit der tollen Wasserlage und dem idealen Gefühl für das nasse Element rasant weiter. Daher kann Tommi Wolst auch nicht verstehen, wenn Athleten eine Phase der Stagnation auf den Trainer schieben: "Jeder ist doch in erster Linie selbst verantwortlich, bewusst zu trainieren. Dann geht es auch vorwärts."

Für die Technik-Grundlagen war einst beim SC DHfK Grit Fischer zuständig. Beim zu früh verstorbenen Rolf Dube vom Postschwimmverein lernte Tommi, dass Disziplin und Härte zum Sport dazu gehören: "Herr Dube hat kein Blatt vor den Mund genommen, mir hat das nicht geschadet." Dann ging es aufs Sportgymnasium. Bei Cathleen Saborowski spielten die koordinativen Fähigkeiten eine große Rolle. Dann übernahm Anne-Katrin Neumann: "Sie hat uns nahe gebracht, was Leistungssport bedeutet. Wir hatten viel Respekt vor ihr." Nach ihr kamen wieder drei männliche Trainer. "Bei Jirka Letzin bin ich selbstständiger geworden." An Oliver Trieb schätzt er die antiautoritäre Art: "Er sieht den Sportler auch als Freund, hat über den Tellerrand geguckt, sehr vielfältig trainiert, zum Beispiel auch mal Yoga mit uns gemacht."

Unter Dirk Franke wurden nun in den vergangenen gut eineinhalb Jahren die Trainingskilometer nach oben geschraubt, was ihm ebenso gut bekam wie das Schlingentraining bei Physiotherapeut und Triathlet Daniel Förster. "Durch ihn und durch das Training im Fitness First habe ich eine höhere Rumpfstabilität. Das zahlt sich aus."

Tommi Wolst hat ganz klare Vorstellungen, wo die Reise für ihn hingehen soll: Zum Studium in die USA, "denn bei uns lassen sich Studium und Leistungssport leider nicht vereinbaren". Für die Stärkung des Leipziger Stützpunktes ist diese Entscheidung sicher nicht ideal. Hier sind Zugpferde jenseits der 20 Lenze wie jahrelang Stefan Herbst oder derzeit Tobias Horn und Juliane Reinhold die Ausnahme. Der Schwimmsport in Leipzig ist zum Jugend-forscht-Projekt geworden. Nach dem Abitur hören viele Schwimmer auf. Oder sie verlassen ihre Heimat - entweder in die USA oder wie EM-Starterin Lisa Graf nach Berlin. Eine Rückkehr von Tommi Wolst als gestandener Athlet an seine Wurzeln wäre also wünschenswert. In vergleichbaren Fällen war das bisher Wunschdenken. 

Leipziger Vokszeitung, 9.8.2014

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