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Fußball

15.03.2012 - Profivertrag für Tom Nattermann

Das Runde muss ins Eckige: Tom Nattermann in Aktion.

Das Runde muss ins Eckige: Tom Nattermann in Aktion.
(© Gepa)

RB setzt auf Stars - und auf die eigene Jugend: U19-Stürmer wird langfristig gebunden

Leipzig. Die Historie der Roten Bullen ist kurz, die Liste an Helden der Arbeit übersichtlich. Ingo Hertzsch geht als erster Promi-Neuzugang in die Geschichte ein. Christian Mittenzwei wird im Juli 2009 beim 5:0-Testsieg gegen Bannewitz als erster Torschütze aktenkundig. Robert Scannewin schießt beim 1:1 in Jena im August 2009 Pflichtspieltor Nummer eins. Der Aufstiegstrainer 2010 heißt Tino Vogel. Brandneue Fußnote der RB-Historie: Tom Nattermann, 18, ist der erste RB-Jugendspieler, der einen Profivertrag bekommt!

Nach exklusiven Informationen dieser Zeitung wird der Mittelstürmer der U19 via langfristigem Kontrakt verhaftet, gehört ab Sommer dem Kader der Profi an. Schon in der aktuellen Rückrunde wird Nattermann an den Exerzitien der Männer um Kapitän Daniel Frahn teilnehmen, ehe am 1. Juli aus dem Jungbullen mit Aufwandsentschädigung ein ausgewachsener Bulle mit Grundgehalt und Prämien wird.

Die Personalie Nattermann soll diese Botschaft transportieren: RB setzt auf Stars - und auf die Jugend. Damit die Durchlässigkeit zwischen Nachwuchs und Profis größer wird, hat RB gerade ein Patenschaftsprogramms ausgebrütet. Demnach werden alle Kader-Aktivisten der 1. Mannschaft dienstverpflichtet, sich um die Nachwuchsteams der U10 bis U19 zu kümmern. Bedeutet: Besuch von Spielen, Trainingseinheiten, Festivitäten. Bedeutet auch: Herbergsvater und Vorbild für junge Wilde sein. So wird Stefan Kutschke die U17-Bundesligamannschaft zum RB-Profi-Kick gegen Hertha BSC Berlin (Sonntag, 13.30 Uhr) in die Red Bull begleiten. Er wird den Talenten eine Wurst spendieren und ihnen vielleicht verraten, wie viele Kohle ihm wegen seiner Rot-Sperre so durch die Lappen geht. Kutschke war beim 1:1 in Havelse vom Platz geflogen, brummt gegen Hertha den letzten Akt seiner Drei-Spiele-Sperre ab. Daniel Frahn und Roman Wallner sind die beiden anderen Paten der U17.

Torwart Pascal Borel wird ein zu allem entschlossener Pate der U11. "Ich werde unseren Jungbullen mit Rat und Tat zur Seite stehen." Sportdirektor Wolfgang Loos: "Wir setzen mit dem Patenschaftsprogramm ein Zeichen zum langfristigen Aufbau einer erfolgreichen Nachwuchsförderung."

Spitze des Eisberges ist Tom Nattermann. Der ist in Riesa geboren, stieß über Grün-Weiß Miltitz und Sachsen Leipzig 2009 zum RB-Nachwuchs. Nachdem er in der U17 der Rasenballer angenehm aufgefallen war, startete Nattermann bei der von Lars Weißenberger trainierten U19 durch. Der Torjäger war in der Regionalliga-Vorrunde nicht zu halten, netzte in 13 Spielen 21 Mal ein - und weckte Begehrlichkeiten anderer Vereine. So soll unter anderem Werder Bremen im Hause Nattermann vorstellig geworden sein.
Weil ein Wechsel des Vorzeigetalents das kostspielige eigene Nachwuchszentrums ad absurdum geführt hätte, wurde für Nattermann ein Wohlfühlpaket geschnürt. Im Januar düste der junge Mann mit den RB-Stars ins Trainingslager nach Belek, danach wurde ein Profivertrag in Aussicht gestellt. Der wird in den kommenden Tagen unterschrieben.

Guido Schäfer

Leipziger Volkszeitung, 15.03.2012

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