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25.04.2012 - Das Institut für Angewandte Trainingswissenschaft wird 20 und erfreut sich steigender Anerkennung

Schwimmerin Lisa Graf von der SSG Leipzig weiß nach dem Test im Strömungskanal genau, wie es um ihre Technik und ihre Fitness bestellt ist.

Schwimmerin Lisa Graf von der SSG Leipzig weiß nach dem Test im Strömungskanal genau, wie es um ihre Technik und ihre Fitness bestellt ist.
(© dpa)

Leipzig. Er geht einfach nicht weg, dieser Geruch. Es riecht, wie es schon gerochen hatte, als 1990 das geheimnisumwitterte Leipziger Forschungsinstitut für Körperkultur und Sport seine Türen öffnete. Genauer, seine Tür zur dazugehörigen Sporthalle, in der die Athleten ihre Tests absolvierten und der Schweiß in Strömen floss. Der hat sich offenbar festgesetzt.

Damals hatte das Institut unter der Abkürzung FKS den Ruf, das Dopinglabor des DDR-Leistungssports zu sein. Nicht unbegründet, wenn auch nur ein Bruchteil der damaligen 650 Mitarbeiter mit diesem unwürdigen Kapitel zu tun hatte. Das FKS war danach Geschichte. 1992 wurde an gleicher Stelle das Institut für Angewandte Trainingswissenschaft gegründet, das als IAT nun 102 Angestellte zählt und am 3. Mai sein 20-jähriges Bestehen feiert.

"Wir stehen für manipulationsfreie Weltspitzenleistungen", beschrieb gestern Direktor Arndt Pfützner den wichtigsten Anspruch des IAT, das die Verbindung von Praxis und Wissenschaft herstellt. Etwa 1000 Athleten aus 20 Sportarten machen davon pro Jahr Gebrauch. Rennkanutin Tina Dietze ist eine von ihnen. Sie saß gestern auf einem Ergometer in einem Boot, war mit vielen Geräten verkabelt und erhielt nach entsprechenden Paddelschlägen Aufschluss über ihren Trainingszustand. Manche ihrer Kolleginnen hätten bei diesen Tests durchaus bessere Werte, sagte die 24-Jährige. "Tina ist ein Wettkampftyp, der im Training manchmal nicht ganz die beste Leistung bringt", so Trainer Kay Vesely.

Die LVB-Kanutin soll auch kein Trainingsweltmeister werden, sondern möglichst bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen Medaillen holen. Zum Saisonhöhepunkt die Bestleistung zu vollbringen, gelingt deutschen Sportler aber offenbar immer weniger. "Etwa 70 Prozent der DDR-Sportler", berichtete Pfützner, "brachten bei diesen Ereignissen ihre beste Leistung, heute sind es etwa 30 Prozent."

Sein Institut zeigt, wo der Sportler im Training den Hebel ansetzen sollte und wie die Konkurrenz vorgeht. "Wir wissen zum Beispiel, wie andere Hockey-Nationalmannschaften zu ihren Torchancen kommen", erklärte Dirk Büsch, Fachbereichsleiter Technik-Taktik-Sportarten. Die beiden Hockey-Teams sind möglicherweise die einzigen deutschen Mannschaften, die bei den Olympischen Spiele in London an den Stat gehen. Ihre enge Zusammenarbeit mit dem IAT hat sich gelohnt.

Das Ansehen der Leipziger Wissenschaftler ist von Jahr zu Jahr größer geworden. Die deutsche Sportführung möchte, dass weitere sechs Sportarten durch das IAT betreut werden. Was aber finanzielle Schwierigkeiten mit sich bringt. "Unser Haushalt beträgt 7,4 Millionen Euro, davon entfallen 81 Prozent auf Personalkosten", so Pfützner. Sollten sechs weitere Sportarten aufgenommen werden, sind nach seiner Rechnung etwa 2,4 Millionen Euro mehr notwendig.

Was die Frage provoziert, ob überhaupt alle Sportarten gefördert werden sollten. Großbritannien zum Beispiel hat in Hinblick auf die Spiele in London seinem Sport zwar enorm unter die Arme gegriffen. "Aber die Hälfte der gesamten Zuwendungen entfällt auf fünf Sportarten", berichtet Hartmut Sandner, Leiter des Fachbereichs Information. Die Briten setzen vor allem auf Leichtathletik, Schwimmen, Radsport, Rudern und Segeln. Die IAT-Leitung rechnet damit, dass sie als Gastgeber in der Nationenwertung am Ende weit vorne landen werden.

Platz fünf als Ziel für die deutsche Mannschaft hält Pfützner für angemessen. "Es kann aber schnell gehen, und einige ziehen noch an uns vorbei." Auch, weil das IAT in vielen Ländern gewissermaßen kopiert wurde. Ohne sportwissenschaftliche Begleitung ist eine Spitzenleistung nicht mehr möglich. Und ohne Schweiß war sie es noch nie.

Winfried Wächter

Leipziger Volkszeitung, 25.04.2012

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