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Schwimmen

15.05.2012 - Schwimm-DM: Gold für Heyl, Bronze für Herbst, Medaillen für die beide Lagen-Staffeln

Das SSG-Quartett Serghei Golban (19), Stefan Herbst (33), Tony Wiegmann (21) und Hannes Heyl (25) freut sich über Silber in der Lagenstaffel (v.l.).

Das SSG-Quartett Serghei Golban (19), Stefan Herbst (33), Tony Wiegmann (21) und Hannes Heyl (25) freut sich über Silber in der Lagenstaffel (v.l.).
(© Foto: Mirko Seifert)

Ein bisschen Wehmut, aber auch Stolz auf Sohn Stefan steckte in den Worten von Eva Herbst: "Das wird wohl seine letzte Einzelmedaille sein." Die Trainerin verschob extra ihre Zigaretten-Pause, machte bei der Siegerehrung nach den 50 m Schmetterling höchstselbst ein Foto ihrer beiden Haudegen: Hannes Heyl fing Minuten zuvor Favorit Steffen Deibler aus Hamburg auf den letzten Zentimetern ab und wurde mit 25 Jahren erstmals deutscher Meister. Stefan Herbst holte zum Abschluss seiner Karriere noch einmal Bronze. Eine Stunde später gab es für beide gemeinsam mit Serghei Golban und Tony Wiegmann Silber über 4x100 m Lagen. Damit erkämpfte Herbst bei seinen letzten Langbahn-Titelkämpfen vier Medaillen. Wieviel Edelmetall holte er insgesamt in seiner Karriere? "Wenn ich in Rente gehe, werde ich es mal zusammenzählen", so Mutter Eva.

Lisa Graf, Carolin Pohle, Saskia Donat und Juliane Reinhold holten Staffel-Bronze - unterm Strich stehen neun SSG-Medaillen in der offenen Klasse. Bevor Hannes Heyl zuschlug, errangen Philipp Sikatzki und Tobias Horn bereits zwei Junioren-Titel. Horns Triumph über 400 m Freistil hatte einen kleinen Schönheitsfehler: Der Mittelstreckler verpasste im Vorlauf hauchdünn das Männer-Finale. "Das war am Ende vielleicht ganz gut. Toby konnte im Junioren-Finale frei vornweg schwimmen und ist nicht in die Wellen der anderen gekommen", so Eva Herbst. Der Lohn: Steigerung um drei Sekunden und die achtbeste Männer-Zeit. Bei Serghei Golban, der im Winter wegen einer Schambein- und Schulter-Verletzung zwei Monate pausieren musste, war es umgekehrt: Er stand über 50 m Schmetterling im Männer-Endlauf und musste zwei Starter des Junioren-Finales noch vorbeiziehen lassen.

Das Pech von Serghei Golban stand fast exemplarisch für die Saison der SSG-Asse. Philipp Sikatzkis Bänderriss sechs Wochen vor den Meisterschaften ließ Schlimmes erahnen, doch der 18 Jahre alte Schützling von Oliver Trieb legte eine Punktlandung hin und sicherte sich das Junioren-EM-Ticket. Stine Gabysiak verletzte sich in Berlin über 50 m Rücken beim Anschlag, musste mit Verdacht auf Fingerbruch zum Röntgen. Zum Glück wurde nur eine schwere Prellung diagnostiziert, sodass die 16-Jährige die Wettkämpfe fortsetzen konnte. Im 100-m-Finale blieb sie erstmals unter der 1:05-min-Grenze, doch für das JEM-Ticket und eine Medaille fehlten der süddeutschen Meisterin wenige Zehntel. "Sie ist super geschwommen. Durch den geprellten Finger fehlte ihr das Selbstvertrauen, vor allem beim Anschlag", so Vater und Trainer Veit Gabrysiak.

Dem Leipziger Schwimmsport steht ein Umbruch bevor. Stefan Herbst wird maximal noch bei den Kurzbahn-Meisterschaften mitsprinten. Auch als Funktionär reißt er eine Lücke. "Ich will ein Studium bei der Bundeswehr aufnehmen, auch meine Freundin wird eher in Hamburg oder München studieren als in Leipzig." Deshalb wird er den SSG-Vorsitz - hier wirkt er integrierend zwischen den Vereinen - wohl abgeben. Stefan Herbst macht sich Sorgen um die Zukunft des Leipziger Schwimmsports, kritisiert den Landesverband. Er verdenkt es seinen Nachfolgern nicht, wenn diese sich anderswo umschauen: "Als Sportler brauchst du die Sicherheit, ob dein Trainer nächste Woche noch dein Trainer ist. Die Sicherheit ist in Leipzig nicht gegeben." Zudem hadert er mit den Bedingungen: Schwimmerisch sei alles okay, aber für Athletik hätten Hamburg, Berlin und Heidelberg wesentlich bessere Möglichkeiten. Der fast 34-Jährige finanzierte sein Fitness-Studio und den Athletik-Coach Hagen Pietrek jahrelang selbst, derzeit trägt Vater Jochen die Kosten.

Der Umbruch betrifft nicht nur Stefan Herbst: Lisa Graf bewirbt sich bei der Bundeswehr und weiß noch nicht, ob sie Leipzig treu bleibt. Juliane Reinhold muss schauen, ob die Polizei-Ausbildung mit Hochleistungssport wirklich vereinbar ist. Hannes Heyl will sich auf sein Master-Studium in den USA konzentrieren, andere Talente liebäugeln mit US-Stipendien. Die Titelkämpfe könnten also auf absehbare Zeit die erfolgreichsten für Leipzig gewesen sein.

Frank Schober

Leipziger Volkszeitung, 15.05.2012

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