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Ringen

"Eine Katastrophe" - Sachsens und Leipziger Ringergemeinde über Olympia-Aus fassungslos

Den Gegner im Griff: KFC-Hoffnung Erik Thiele beim traditionellen Vergleich der Sportgymnasien, links Trainer/Vater Sven Thiele.

Den Gegner im Griff: KFC-Hoffnung Erik Thiele beim traditionellen Vergleich der Sportgymnasien, links Trainer/Vater Sven Thiele.
(© Foto: Christian Nitsche )

So leicht lässt sich Superschwergewichtler Sven Thiele (43) nicht aus der Fassung bringen. Doch gestern lief es dem Ex-Weltklasseringer eiskalt den Rücken hinunter. Einem Journalisten-Hinweis wollte Thiele, der im modernen Leipziger Ringerzentrum Leplaystraße seine Jungs auf die deutschen Meisterschaften vorbereitete, zunächst nicht glauben. Olympia-Aus für seine Sportart?! "Ich dachte, das ist ein Scherz", reagierte der Coach in der ersten Sekunde, doch was er da hörte, entsprach den Tatsachen. "Das ist eine Katastrophe, eine unvorstellbare Entscheidung, die sich in keiner Weise angedeutet hat", sagte Sven Thiele fassungslos. Zu wenig Fortschritt war die inoffizielle Begründung der IOC-Exekutive. Moderner Wahn? Ringen hat eine jahrtausendelange olympische Geschichte.

Thiele, dreifacher Olympiastarter und Vize-Weltmeister von 1995 war als Tourist in London. Mit auf Tour ging sein Sohn Erik (17), der als eines der größten deutschen Freistil-Talente gilt. "Die Wettkämpfe bei Olympia waren super Veranstaltungen, attraktiv und mit einer tollen Stimmung", erinnert sich der Senior an das Sommermärchen. Jetzt herrscht Untergangsstimmung. "Das alles trifft uns sehr emotional. Einer auf der ganzen Welt verbreiteten Traditionssportart wird das Rampenlicht genommen", zeigte sich Thiele frustriert. Gleichfalls wird die rote Karte dem hiesigen Ringerstützpunkt, dem mitteldeutschen Zentrum, gezeigt.

"Die Arbeit trägt erste Früchte und jetzt hauen die uns die Beine weg. Ich bin entrüstet", reagierte Winfried Nowack (58), Chef des Leipziger Olympiastützpunktes. Dessen sportartübergreifende Neutralität blieb gestern am Boden. Der frühere Ringkämpfer hofft, dass die Verbände gegen "die Entscheidung Sturm laufen und dass das IOC richtig Feuer kriegt." Nowack weiß um die Konsequenzen, wenn es beim Rausschmiss bleibt. "Unser Zentrum wird bis 2016 weitergeführt, danach spielt sich alles auf Vereinsebene im Breitensport ab."

Von den Nachwuchskräften Erik Thiele, EM-Dritter und WM-Siebter der Kadetten, Johann Steinforth, Paul Schärschmidt und Jan Richtsteig soll auch das KFC-Team profitieren, das in der zweiten Bundesliga neu angreift. Ebenfalls bereiten sich die jungen Damen um Nicole Hauptmann intensiv auf die Saison vor. Die 28-Jährige, trainiert vom 72er Olympiastarter Wolfgang Nitschke (65), will sich mit starken Leistungen für die EM empfehlen. London hatte sie verletzungsbedingt verpasst. Frauenringen war erst seit 2004 bei Olympia dabei.

Sven Thiele wird ab 31. März neuer Bundestrainer. Die Sachsen suchen einen geeigneten Nachfolger. "Das ist das Tagesgeschäft. Wir sind mit der Personalie so gut wie durch", versicherte Verbands-Präsident Benedict Rehbein (31). Die gestrige Hiobsbotschaft kommentierte der Chef einer Kommunikationsagentur wie folgt: "Als Ringer sind wir - nicht nur in Sachsen - geschockt. Wir haben in den letzten Jahren viel aufgebaut, an Boden gutgemacht und unsere Strukturen modernisiert. Nun von dieser vollkommen unerwarteten Seite attackiert zu werden hat unsere Sportart nicht verdient und ich hoffe, dass in dieser Angelegenheit das letzte Wort noch nicht gesprochen ist."

Kämpfen, jetzt erst recht, wollen die Leipziger Nachwuchskräfte. Erik Thiele hatte angekündigt: "Ich will meinen Titel verteidigen." Kerstin Förster

Leipziger Volkszeitung, 13- Februar 2013

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