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Triathlon

28.07.2015 -  Eine schrecklich erfolgreiche Familie

Starke Familienbande: Kathrin Bogen (l.) und Tochter Bianca.

Starke Familienbande: Kathrin Bogen (l.) und Tochter Bianca.
(© Foto: Thomas Fritz)

Bianca Bogen gewinnt Sprintdistanz beim LVB-Triathlon / Mutter und Bruder ebenfalls vorn

Leipzig. Dass Männer gerne jammern, soll nur ein böses Gerücht sein. Bei Familie Bogen aus Leipzig ist es Realität, naja fast. "In jeder anderen Familie wärst du mit Platz 17 über die olympische Distanz der Held, bei uns ist das scheiße", sprach 1,97-Meter-Hühne Gregor Bogen - mit einem schelmischen Grinsen. Gegen Gattin Kathrin (44) und die beiden Kinder Bianca (16) und Rico (14) zog das Familienoberhaupt beim 32. LVB-Triathlon am Sonntag deutlich den Kürzeren. Kathrin siegte zum zweiten Mal über die olympische Distanz (1,55 km Schwimmen, 40 km Radfahren, 10 km Laufen) und Rico triumphierte als Schwimmer mit Radprofi Robert Förster und Max Betsch als "Frösi Express" im Teamtriathlon. Die größte Überraschung aber fabrizierte Bianca Bogen im Fitnesstriathlon über die halbe Olympia-Strecke. In 1:10:41 gewann die Sportgymnasiastin nach Platz fünf im Vorjahr ihren ersten Wettkampf im Damenbereich. Frei nach Al Bundy: eine schrecklich erfolgreiche Familie.
"Ich bin total glücklich, ich hätte nicht gedacht, dass ich gewinne", sagte Bianca mit einem frischen Stück Melone in der Hand, während Mama, Papa sowie Oma Rosemarie und Opa Roland auf die Schulter klopften und gratulierten. "Ich bin sehr stolz. Wir haben schon mit einer vorderen Platzierung gerechnet", erklärte Mama Kathrin, "deswegen bin ich extra auf die längere Strecke gewechselt, um den Weg frei zu machen." Das Familien-Kalkül war letztlich goldrichtig.

Der Sieg der Teenagerin ist umso bemerkenswerter, weil sie Laufen quasi nie trainiert und mit dem Rad meist nur den Weg zur Schule zurücklegt. Eher sporadisch nimmt sie an Triathlon-Wettkämpfen teil, aber sie wurde vor zwei Wochen hinter Anja Meichsner - Sonntag Zweite hinter ihrer Mutter - immerhin Zweite im Jedermann-Rennen beim Muldental-Triathlon in Grimma und im Vorjahr 23. bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften. Die Zehntklässlerin betreibt wie der jüngere Bruder seit dem achten Lebensjahr leistungssportlich Schwimmen. 50 und 100 Meter Rücken sind ihre Paradestrecken, sie ist amtierende DM-Dritte ihrer Altersklasse über 50 Meter.
Anders als der Durchschnittstriathlet, der als schwacher Schwimmer gilt, legte Bogen logischerweise im feuchten Element den Grundstein für ihren Start-Ziel-Sieg: Mit 7:59 Minuten auf der 550-Meter-Runde distanzierte sie die Gesamtzweite Pauline von Müller (SC DHfK) um mehr als eine Minute. Eine kleine Ewigkeit. Auf dem Rad und beim Laufen verkürzten einige der Konkurrentinnen zwar den Vorsprung, letztlich war ihr Polster groß genug. "Mal sehen, ob ich jetzt noch häufiger beim Triathlon starte", sagte Bianca Bogen mit dem süßen Geschmack des Sieges im Mund - und einem erneuten Stück Melone.

Beim Dresdner Nachtlauf wird sie am 14. August wie Vater, Mutter und Bruder zunächst ihr Glück über 13,8 Kilometer versuchen. Ob Papa Gregor dann wieder Grund zum Jammern hat, ist eher fraglich. Aber früher oder später, das ist der Lauf der Dinge, wird er seine sportlichen Kinder immer häufiger von hinten sehen.

Thomas Fritz

Leipziger Volkszeitung, 28.7.2015

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